Konflikte – Harmonie im Urlaub

Die meisten Trennungen passieren nach Urlauben und Feiertagen. Konflikte lassen sich nicht vermeiden, aber man kann sie entschärfen. „Faires Streiten“ kann man ganz einfach lernen; Sie müssen nur eine zentrale Info dazu wissen: Hinter jedem Gefühl steckt ein Bedürfnis! Und genau darum geht’s! Sind Sie wütend, traurig, gekränkt, verletzt, genervt,… wurde ein dahinter liegendes Bedürfnis nicht erfüllt. Ein Beispiel dafür könnte sein: Das Bedürfnis nach Ruhe, nach Kommunikation, nach Zweisamkeit, nach Zeit mit dem Partner verbringen, nach Erholung,…. Meist sagen wir aber unserem Gegenüber: „Du machst mich wütend, du kränkst mich… Das führt in eine Sackgasse und endet nur in gegenseitigen Vorwürfen, bringt aber keine Klärung.

TIPP: Teilen Sie ihrem Gesprächspartner mit, worum es ihnen wirklich geht – nämlich um das zugrundeliegende unerfüllte Bedürfnis! Kommunizieren Sie das in der ICH-Form, sprechen Sie also nur von sich selbst. Probieren Sie es aus! Es funktioniert!

Wer streitet, lebt länger
Ganze 17 Jahre lang haben Forscher an der University of Michigan das Verhalten und die Gesundheit von insgesamt 192 Paaren beobachtet und erforscht. Das Ergebnis: Diejenigen Partner, die ihre Wut unterdrückten, die um des lieben Friedens willen alles herunter schluckten oder verdrängten, starben deutlich früher als Menschen, die sich trauten, Konflikte offen und sogar heftig auszutragen. Fazit: Lieber öfter streiten – aber richtig!

Unser Körper reagiert auf Konflikte
Ungelöste oder aufgestaute Konflikte machen krank. Dies ist keine neue Erkenntnis, sondern eine Tatsache, die sich auch in unserem Sprachgebrauch niederschlägt. Der Volksmund kennt zahlreiche sprachliche Bilder, die das körperliche Erleben von Konflikt- und Belastungssituationen aufgreifen:

  • > Da bleibt mir die Luft weg > Das schlägt mir auf den Magen
  • > Ich habe einen Kloß im Hals > Das schnürt mir die Brust zu
  • > Es zieht mir den Boden unter den Füßen weg > Mir platzt der Kragen
  • > Das sitzt mir im Nacken > Ich hab die Nase voll
  • > Mir läuft die Galle über > Das raubt mir den Schlaf

 

Mit positiver Konfliktbewältigung zu mehr Erfolg
Konflikte sind natürlicher Bestandteil unseres privaten und beruflichen Alltags – allein wie wir damit umgehen, macht einen enormen Unterschied für unser Wohlbefinden und für die langfristige Beziehung zu unseren Mitmenschen aus. Nicht gelöste Konflikte sind gewaltige Energiefresser und vertilgen ungeniert unsere Lebensfreude. Verdrängte Konflikte tendieren dazu, mittelfristig wie ein Bumerang mit neuer Stärke zurückzukehren. Destruktiver Streit mit Siegern und Verlierern als Ergebnis führt zu Verletzung, Aggression und dauerhafter Störung einer Beziehung.

Um die Beziehungen zu unseren Mitmenschen als lebendig, offen und bereichernd zu empfinden, kommen wir meist nicht umhin, uns den Konflikten zu stellen. Darin haben wir meist nicht viel Übung und auch nicht viele Vorbilder. Bei Konflikten geht es nicht nur darum Methoden oder abrufbare Techniken zu trainieren, sondern zu einer Veränderung der inneren Haltung zu finden und Kommunikationsfähigkeiten zu erwerben. Dabei sollte es uns gelingen den Konfliktgegner nicht als “Feind“ zu betrachten, sondern als Fremden, dessen Welt gleiche Berechtigung und Wichtigkeit hat, wie die unsere. Damit wächst die Chance auf faire Lösungen. Auf der Basis der Selbstklärung gelingt uns eine offene Haltung und Akzeptanz für den Anderen. Kann ich nicht sagen, was ich möchte, empfinde, erwarte oder brauche, werde ich womöglich unnötig aggressiv und fühle mich ohnmächtig. Wer weiß, was er will, braucht und erwartet, und das auch sagen kann, ist weniger unter Druck, bleibt offener und handlungsfähiger. Menschen wollen verstanden werden!!!

 

HINTER JEDEM GEFÜHL STECKT EIN BEDÜRFNIS!

Warum scheuen wir uns oft so unsere Konflikte „anzugehen“ und mit den Betreffenden „Klartext“ zu sprechen? Warum sagen wir nicht viel öfter einfach was wir uns denken und wie wir zu Situationen stehen?
Weil wir Angst haben dann nicht mehr gemocht oder geliebt zu werden, nicht mehr dazuzugehören – eben aus einem sozialen Verbund zu fallen. Das passiert aber nicht auf bewusster Ebene, sondern auf unterbewusster Ebene. Unser aller Urbedürfnis ist jenes nach Liebe und dem des „Dazugehörens“. Und genau hier greifen Konflikte und Unstimmigkeiten ein.

In meinen Seminaren höre ich oft von meinen Teilnehmern: „Ich wünsche mir, dass ich Konflikte dann sachlich lösen kann“. Sorry, da muss ich Sie jetzt enttäuschen, das geht nicht! Warum nicht? Wann immer ein Konflikt oder eine Unstimmigkeit auftaucht heißt das, dass ich mich …. fühle. Das können Gefühle sein wie: ärgerlich, traurig, wütend, frustriert, angegriffen, verletzt, nicht gewürdigt, abgelehnt, gekränkt, bitter, enttäuscht, übersehen, nicht gehört, verraten, ungeliebt, unwichtig, … Und Gefühle sind eben nie „sachlich“.

Unsere Gefühle sind der Indikator dafür, dass wir irgendwo vom Gegenüber „getroffen“ wurden. Er hat etwas ausgelöst bei uns. Nun gilt es einen Schritt zurück zu machen und auf das dahinterliegende – eben darunter liegende Bedürfnis zu schauen. Hier liegt nämlich der Kern und die Lösung des Ganzen! Meist bleiben wir aber am Gefühl hängen und sagen dann zum anderen: „Du machst mich wütend“, oder „Du hast mich gekränkt“. Das führt erwiesenermaßen aber nie zu einer Lösung eines Konflikts. Wir fangen an mit dem anderen zu Argumentieren und dem anderen zu beweisen, dass wir Recht haben und der andere „Schuld“ hat an unserem Mißgefühl. Wir wollen als „Gewinner“ aussteigen und dem anderen das durch Argumente begründen.

Wird ein wichtiges Bedürfnis von uns nicht erfüllt, dann spüre ich das durch ein in mir aufkommenden Gefühl. Unsere Bedürfnisse spiegeln unser ureigenstes Wertesystem wieder; eben jene Dinge und Verhalten, die für uns ganz wichtig sind und die wir auch selber leben.

 

Ich möchte Ihnen das durch ein Beispiel verdeutlichen:

Angenommen, Ihr Chef oder eine Kollegin kommt in der Früh missgelaunt rein, grüßt kaum, sieht Sie nicht an. Nun merken sie, dass Ärger und Wut in Ihnen hoch steigt. Und Sie denken sich vielleicht: „Wie kann der/die nur so mit mir umgehen“.

Warum fühlen Sie sich ärgerlich oder wütend, vielleicht sogar gekränkt? Ihr tieferliegendes Bedürfnis wäre hier ein wertschätzender, freundlicher Umgang miteinander. Ihr Bedürfnis ist also Wertschätzung. Sie möchten, dass in diesem Sinne mit Ihnen umgegangen wird.

Hier einige Beispiele der hunderten, möglichen zugrundliegenden Bedürfnissen:
Ehrlichkeit, Treue, Rücksicht, Zuverlässigkeit, Gerechtigkeit, Respekt, Geradlinigkeit, Unabhängigkeit, Ernsthaftigkeit, Familie, Harmonie, Sparsamkeit, Vertrauen, Wahrhaftigkeit, Freiheit, Selbstverwirklichung, Humor, Selbstständigkeit, Abwechslung, Spannung, Bildung, Leichtigkeit, Spaß, Schönheit, Veränderung, Kreativität, Zusammenhalt, Offenheit, Gemeinschaft, Distanz, Individualität, Tradition, Toleranz, Verbindlichkeit, Verzeihen, Verschwiegenheit, Kommunikation, Pünktlichkeit, Nachsicht, Fürsorglichkeit, Ordnung, Mitgefühl, Freude, Nähe, Präzision, Ruhe,…

Grundsätzliches…
In unserer eher rational ausgerichteten Kultur ist es etwas ungewöhnlich, Gefühle wahrzunehmen oder zu zeigen, und es kann einem fremd sein, Gefühle zu äußern. Gefühle werden oftmals nicht ernst genommen und als wichtig angesehen. Was eher geschätzt wird, ist „die richtige Art zu denken“. Klammern wir aus dem menschlichen Erleben und aus den Begegnungen die Gefühle aus, so ignorieren wir damit einen wesentlichen Teil unserer Persönlichkeit, denn Denken, Fühlen und Handeln gehören untrennbar zusammen.

Manchmal eskalieren die Streitgespräche und die Wogen gehen so hoch, dass man sagen kann: „Wir haben keinen Konflikt sondern der Konflikt hat uns!“

An aktuellen Beispielen im beruflichen Umfeld, in Schulen und in privaten Lebensbereichen ist zu erkennen, dass der Aggressionsspiegel steigt und gleichzeitig die Hemmschwelle sinkt.

In spannungsgeladenen Situationen wird unsere Wahrnehmungsfähigkeit und unser Denken stark beeinflusst. Unser Blick scheint sich zu trüben und die Sicht auf uns, unseren „Streitpartner“ und das Problem wird verzerrt und völlig einseitig. Ein Wort gibt das Andere. Einem Schwarz-Weiß-Denken folgen Fehlinterpretationen. Die Gerüchte-Küche wird „gefüttert“ und persönliche Angriffe, Drohungen, begrenzte Vernichtungsschläge werden zu „vorrangigen Streitwaffen“.

Eine konstruktive und fruchtbare Streit-/Konfliktkultur bildet daher zunehmend eine Schlüsselkompetenz und unterstützt eine neue Qualität im zwischenmenschlichen Umgang damit wir uns nicht in Du-Botschaften und Anschuldigungen verstricken.

Wie kann ich einen destruktiven, Streit vermeiden?
Reden Sie in Zukunft nur noch von sich selbst und IHREN Bedürfnissen in der vorliegenden Situation! Klammern Sie DU-Botschaften aus. Erzählen Sie ihrem Gegenüber um welches unerfüllte Bedürfnis es ihnen geht. So erzählen Sie etwas von sich und der andere rutscht nicht automatisch in eine Verteidigungshaltung. Keine Anschuldigungen und keine Vorwürfe!

Die Du-Botschaft ist eines der wesentlichen Elemente destruktiver Kommunikation, weil sie einen Angriff auf das Selbstwertgefühl des anderen darstellen – auf seine Werte, Bedürfnisse, Gefühle und Einstellungen. Sie ist damit ein Angriff auf seine Person und nicht nur auf sein konkretes (Fehl-) Verhalten in einer bestimmten Situation.

Wenn wir die Unterschiedlichkeit unserer Wesen und Bedürfnisse respektieren, interessant und vielleicht sogar bereichernd finden, können wir uns im Konfliktfall mit dem, was anders ist am anderen, auseinandersetzen.

Zu wissen, mit wem und wann dies möglich ist, und wie man die Situation wieder auflösen kann, ist ein Zeichen von hoher Streitkompetenz.

 

Faires Streiten

erfordert eine Klärung der eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Interessen und Meinungen und die Bereitschaft anzuerkennen, dass der Andere ganz andere, genauso legitime Bedürfnisse und Meinungen hat!

Sind Konflikte etwas Bedrohliches für Sie, dann kann die Kinesiologie ein wertvolles Werkzeug sein um in weiterer Folge besser damit umgehen zu können.

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